Wieder einmal war ich unterwegs, auf gelben Strassen (also den kleinen Nebensträsschen) „rund um die Hecken“. Erst zuhause stellte ich dann fest, dass mein „Neugierstop“ dieses Mal sogar einem echten Kleinod galt. Absolut ungeplant befand ich mich da also auf der Route der Backsteingotik.

„Im Wappenbild steht der Kirchturm als Symbol für die Kirche, der Wellenfaden verweist auf die regionalen Gewässer, das Rad und das Kleebatt stehen für die ländlche Prägung der Gemeinde“. Da ich das Dorf nicht kannte, schnell ein Foto von der Infotafel – um mich zuhause schlau zu machen.

Das genaue Baudatum ist unbekannt, aber am 15. Juni 1303 gab es eine urkundliche Erwähnung. Einen Vertrag zwischen einem reichen Bürger und dem „Regierungschef“ Mecklenburgs..

Der, ein wenig von Wismarer Gotteshäusern inspirierte, Kirchenbau war im Mittelalter Tagungsort von Landesversammlungen der Stände und dann auch noch Mittelpunkt einer angesehenen Kalandbruderschaft. Eine Quelle für zusätzliche Einkünfte der Kirchenfürsten (Patrone) war ein Marienbild, das als Ziel für Wallfahrten Bedeutung hatte. Aufgrund der Erträge des gesamten Kirchenguts wechselte das dann auch des Öfteren den Besitzer..

Im Inneren findet man Gewölbemalereien aus damaliger Zeit , einen reich bemalten Flügelaltar (mit besagter Marienkrönung) und eine ebenfalls mit Malereien versehene Kanzel. Eine Patronatsloge mit Stammbaum der von Ravens bringt die dem Himmel vielleicht etwas näher.. Der Taufengel wurde erst 1974 (!) wieder aufgefunden.

Es sind erstaunlich viele Kunstwerke zu besichtigen und ich hatte Glück, dass die Kirche gerade offen stand.

Die barocke Orgel stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jh. – während des 1. Weltkriegs mussten die Pfeifen für Rüstungzwecke abgeliefet werden – erst 2020/2021 wurde die Orgel wieder restauriert.

Auch die neugotische Begräbniskapelle neben einer sehr alten Linde hat im Spitzbogen ein Wappen (v. Bassewitz / v. Tarnewitz – egal jetzt sind sie ja doch alle gleich..).

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