1524 predigte, hier in der Marienkirche, der Begründer des „neuen“ evangelischen Glaubens mit einer solchen Überzeugungskraft, dass schon einen Tag später die komplette Magdeburger Bürgerschaft vom bisherigen „Wahren Glauben“ abfiel und sich der neuen Bewegung anschloss.

Die Folgen waren dann 7 Jahre später verheerend – die sarkastisch bezeichnete „Magdeburger Bluthochzeit“, eine völlige Verwüstung der Stadt im Dreissigjährigen Krieg durch die guten Katholiken Tilly und Pappenheim (die im Eifer ihrer Gefechte „um des Richtigen Glaubens Willen“ die Bergpredigt ihres Frontmans vollkommen vergaßen) kostete 20.000 Einwohnern das Leben.

O-Text Tilly(?): Darauff ist es an ein fressen unnd saufen gangen / welches drey ganztzer Tag nach einander gewähret / und also die Magdeburger Hochzeit / wie sie vom Tilly genennt / celebriert worden

– wer nun aber meint, es handelte sich um das größte Massaker der Geschichte irrt: Hiroshima und Nagasaki mit ihren über 200.000 (fast ausschließlich zivilen) Todesopfern zeugen vom „Fortschritt“ der Kriegstüchtigeit..

Nicht wirklich vorbeigehen kann man an den beiden Skulpturen des Magdeburger Bildhauers Heinz Marnat am Westportal der Marienkirche. An die Folgen der Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg mahnen die Plastiken „Mutter mit Kind“ (eine verzweifelte Mutter, die ihr Kind schützen versucht und „Trümmerfrau“, ein Symbol für den Wiederaufbau nach der Zerstörung.

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