Das älteste Bauwerk der Stadt Schwerin ist ein echtes Meisterwerk der Backsteingotik. Über die Geschichte dieser Kathedrale im Internet zu stöbern lohnt wirklich.

Allgegenwärtig die Verflechtung von Staat und Kirche – da hat sich ja auch bis heute nichts geändert..

Bleiglasfenster erzählen biblische Geschichten. Wichtig war, dass der Graf von Schwerin einen Edelstein aus einem Kreuzzug mitbrachte, der einen Tropfen Blut Christi enthalten sollte. Das brachte Pilgerströme in die Stadt und Spenden in die Kasse des Bischofs. Marketing damals!

Über die Moral von Kreuzzügen lasse ich mich besser nicht aus – die Friedensdenkschrift 2025 der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) hat ja gerade ausführlich christlichen Pazifismus infrage gestellt. Aber deren erster Nachkriegs – Kirchenfürst war schliesslich ein Ex U-Boot Kommandant..

Sehens- und bestimmt auch hörenswert: die Orgel mit exakt 5.496 Pfeiffen (habe ich nicht persönlich nachgezählt), das Triumphkreuz – aus der im Krieg zerstörten Wismarer Marienkirche (stammt aus 1420) und natürlich auch gleich zwei (!) Hauptaltäre.

Durch Reformation und Renovierungen wurde eh´ so einiges reduziert, vermischt und neu aufbereitet, da freut man sich dann auch gleich über die erst im Dezember 2024 fertiggestellten blauen Fenster, die der Künstler Günther Uecker als Lichtbogen bezeichnete.

Der im Juni 2025 verstorbene Künstler war zur Einweihung seiner Werke noch persönlich anwesend. Er selbst bezeichnete diese Arbeit als Teil seiner Heimkehr zu seinen mecklenburgischen Wurzeln.

3 Antworten zu “mächtig gewaltig”

    • Viele Sakralbauten (egal welcher Religion) dien(t)en ja nicht nur zum Gebet. Es waren schon immer Orte der Meinungsbildung (und Beeinflussung). Oft spendeten die Herrscher je nach finanz. Möglichkeiten einen Bau, der zugleich Arbeitsplätze schuf. Und setzten sich selbst ein Denkmal damit. Faszinierend sind sie schon, all diese „Kultstätten“ weltweit.

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